Wie vermeidet man Katheter-assoziierte Infektionen?

Gloria Ortiz Miluy

Infektionen an der Einführungsstelle sind eine der am meisten gefürchteten Komplikationen im Zusammenhang mit vaskulären Gefäßzugängen, aufgrund ihrer erheblichen Auswirkungen auf den Patienten und den Ressourcenverbrauch, einschließlich der Verlängerung der Krankenhausaufenthalte.

Da es sich um eine Komplikation handelt, die mit minimalen Maßnahmen vermieden oder drastisch reduziert werden kann, möchten wir in diesem Beitrag die evidenzbasierten Empfehlungen zur Verringerung von Infektionen im Zusammenhang mit vaskulären Kathetern zusammenfassen.

WAS WIRD IN DIESEM ARTIKEL BEHANDELT?

  • Was ist eine katheter-assoziierte Infektion?
  • Wie können Katheter-assoziierte Infektionen auftreten?
  • Können Katheter-assoziierte Infektionen verhindert werden?

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie man Katheter-assizoierte Infektionen vermeidetn kann, bleiben Sie auf dieser Seite und lesen Sie den vollständigen Artikel.

Was ist eine Katheter-assoziierte Infektion?

Angesichts der internationalen Definitionsvarianz, bezüglich Katheter-assoziierten Infektionen wurde in den aktuellen Richtlinien der Infusion Nursing Society (INS) beschlossen, den Begriff CABSI (Catheter-Associated Bloodstream Infection, katheterassoziierte Blutstrominfektion) zu verwenden, um auf diese Infektionen im Blutstrom (BSIs, Blutstrominfektionen) zu verweisen, die sowohl von peripheren als auch von zentralen Venenkathetern ausgehen.

Angesichts der subtilen Unterschiede zwischen den Begriffen, die in diesem Zusammenhang verwendet werden, ermutigt die INS dazu, stets die Referenzen und Definitionen dieser Begriffe nachzuschlagen, wenn wir wissenschaftliche Literatur lesen, um ihre Bedeutung besser zu verstehen.

  • CABSI (Catheter-Associated Bloodstream Infection, Gefäßkatheterassoziierte Blutstrominfektion) – siehe oben.
  • CRBSI (Catheter-Related Bloodstream Infection, Blutsstrominfektion, die gesichert oder wahrscheinlich von einem Gefäßkatheter ausgeht): CRBSI ist eine anerkannte klinische Definition, die eindeutig bestätigt, dass der Katheter die Quelle der Infektion ist.

auch aus der Katheterspitze isoliert wird und die Anzahl der isolierten Organismen in der Katheterspitze mehr als 15 koloniebildende Einheiten (UFC) beträgt.

Als Alternative, um den Katheter nicht entfernen und somit nicht verlieren zu müssen, kann der Differential Time to Positivity (DTP, Differential Time to Positivity) betimmt werden. Als DTP wird eine Untersuchungsmethode bezeichnet, mit der eine Katheter-assoziierte Infektion diagnostiziert werden kann. Die deutsche Übersetzung ist „Zeitunterschied bis zur Positivität“, es wird aber nur der englische Begriff verwendet.

Die Diagnose nach DTP erfordert, dass derselbe Organismus sowohl aus der peripheren Venenkultur als auch aus der Blutkultur des zentralen Katheters isoliert wird, wobei das Wachstum in der Katheterprobe 2 Stunden früher nachgewiesen wird (d. h. 2 Stunden weniger Inkubationszeit) als in der peripheren Probe.

Interpretation-von-DTP

CLABSI (Central Line-Associated Bloodstream Infection, Blutbahninfektion in Verbindung mit einem zentralen Katheter): CLABSI ist ein Begriff, der für die Überwachung verwendet wird und kein offiziell etabliertes diagnostisches Kriterium darstellt.

CLABSI ist eine primäre BSI (Blutbahninfektion) bei einem Patienten, der innerhalb von 48 Stunden vor dem Auftreten der BSI einen Katheter in situ hatte und keine Infektion an einer anderen Stelle aufweist.

Die CLABSI-Definition hat bei gewissen Patientenpopulationen eine geringe Spezifität. Dies zeigt sich am Beispiel onkologischer Patienten, deren Bakteriämie als CLABSI klassifiziert werden, diese jedoch nicht immer Katheter-assoziiert sind, sondern zum Teil auf die Translokation von Bakterien durch die nicht intakte Mukosa zurückzuführen sind. Die Folge ist eine Überschätzung der wahren Inzidenz von CRBSI bei Verwendung der CLABSI-Definition.

Wie können Katheter-assoziierte Infektionen auftreten?

Katheter-assoziierte Infektionen können aus folgenden 4 Gründen auftreten:

4-MÖGLICHE-URSACHEN-FÜR-EINE-KATHETER-ASSOZIIERTE-INFEKTION

Der als erstes aufgeführte Punkt ist besonders wichtig, wenn es um Infektionen im Zusammenhang mit vaskulären Zugängen geht. Oft vergessen wir, dass die Haut ebenfalls eine Quelle für Keime sein kann, die entlang des Katheters in den Blutkreislauf gelangen. Der Einführungs- oder Austrittspunkt des Katheters ist ein Eintrittspunkt für Keime in den Blutkreislauf und kann eine CABSI verursachen, besonders bei nicht-getunnelten Kathetern. Dies wird als extraluminale Infektion bezeichnet, d.h. eine Infektion, die nicht durch das innere Lumen des Katheters (intraluminäre Besiedelung) in den Blutkreislauf gelangt, sondern von außerhalb des Katheters.

Eine extraluminale Infektion oder andere Infektionen an der Einführungsstelle können verschiedene Ursachen haben:

URSACHEN-FÜR-EXTRALUMINARE-INFEKTIONEN

Können Katheter-assoziierte Infektionen verhindert werden?

Wie man ableiten kann, können Quellen, die Infektionen verursachen, mit guten Ergebnissen kontrolliert werden, wenn entsprechende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Kontamination durch die Hände des medizinischen Personals zu reduzieren
  • Aspetischer Verbandswechsel
  • Angemessene Desinfektion und Handhabung von Ports
  • Kontamination von Infusionen verringern

Die Mehrheit der Infektionen ist vermeidbar.

Viele Organisationen ermutigen seit Jahren Fachkräfte, ihre eigenen Empfehlungen oder Protokolle zu erstellen, um gegen Komplikationen, einschließlich Infektionen, anzukämpfen.  Im nächsten Schaubild finden Sie einen Vorschlag/Empfehlung, die auf wissenschaftlicher Evidenz basiert. Wenn diese Punkte angewendet werden, haben sie eine effiziente Wirkung auf die Verringerung von Komplikationen.

Die Implementierung dieser Maßnahmen als „bundle“ kann dazu beitragen, das Risiko von Infektionen im Zusammenhang mit Kathetern zu reduzieren und die Sicherheit und Gesundheit der Patienten zu verbessern:

Mehr Fakten und Lösungen finden Sie auch unter “KATHETERINFEKTIONEN VERMEIDEN“

Quellen:


  1. Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen Teil 1 – Nichtgetunnelte zentralvenöse Katheter Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsbl 2017 · 60:171–206 DOI 10.1007/s00103-016-2487-4
  2. INS https://www.ins1.org/
  3. Biasucci DG, Pittiruti M, Taddei A, et al. Targeting zero catheter-relat­ed bloodstream infections in pediatric intensive care unit: a retrospec­tive matched case-control study. J Vasc Access. 2018;19(2):119-124.
  4. Pinelli F, Pittiruti M, Van Boxtel T, et al. GAVeCeLT-WoCoVA consensus on subcutaneously anchored securement devices for the secure­ment of venous catheters: current evidence and recommendations for future research [published online ahead of print Jul 2, 2020]. J Vasc Access. 2020;1129729820924568.
  5. Dolcino A, Salsano A, Dato A, et al. Potential role of a subcutane­ously anchored securement device in preventing dislodgment of tunneled-cuffed central venous devices in pediatric patients. J Vasc Access. 2017;18(6):540-545.
  6. Zerla PA, Canelli A, Cerne L, et al. Evaluating safety, efficacy, and cost-effectiveness of PICC securement by subcutaneously anchored stabilization device. J Vasc Access. 2017;18(3):238-242.
  7. Rowe MS, Arnold K, Spencer TR. Catheter securement impact on PICC-related CLABSI: A university hospital perspective. Am J Infect Control. 2020 Dec;48(12):1497-1500.

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