PERIPHERE VENENKATHETER

Die Alternative zu herkömmlichen intravenösen Gefäßzugängen

Herausforderung

Die meisten Patienten benötigen mindestens einen venösen Zugang im Laufe ihres Krankenhausaufenthaltes. Doch welcher ist der richtige Gefäßzugang für welchen Patienten?

3

Folgen

Nosokomiale Infektionen sind im Krankenhaus ein großes Thema und betreffen häufig Patienten mit einem venösen Gefäßkatheter.

3

Lösung

PICC- und Midline-Katheter bieten einen sicheren Zugang über den der Patient auch zu Hause seine Infusionstherapie erhalten kann.

3

Herausforderung
Bei der Auswahl des Kathetertypen sollte folgendes beachtet werden:1

  • Therapiedauer
  • Indikation
  • Osmolarität der Medikamente, die verabreicht werden sollen
  • Risikofaktoren, einhergehend mit Katheter und Therapie
  • Verfassung, Venenstatus und Risikofaktoren des Patienten

Zudem sollte auch der Allgemeinzustand des Patienten mit in die Auswahl des venösen Gefäßkatheter einfließen sowie eine regelmäßige Konsolidierung des Patienten nach der Katheteranlage, ob der Gefäßzugang noch benötigt wird. 1

Grafik-periphere-Venenkatheter

Folgen

In Deutschland treten jährlich ca. 400.000 bis 600.000 nosokomiale Infektionen auf, von denen etwa ein Drittel vermeidbar sind.2 Krankenhausinfektionen sind eine erhebliche zusätzliche Belastung, nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Krankenhauskapazitäten. Sie binden im Krankenhaus die Arbeitszeit von Pflegepersonal und auch die finanzielle Belastung der Häuser steigt dadurch. Zum Beispiel arbeiten sechs Krankenhäuser mit jeweils 1.000 Betten in Deutschland ein Jahr daran, Patienten mit einer nosokomialen Infektion zu behandeln. 3

nosokomiale Infektionen

%

Davon vermeidbare Infektionen

Lösung

Bei peripheren Venenkathetern unterscheidet man zwischen PICCs und Midlines.
Midlines sind eine gute Alternative zur klassischen Venenverweilkanüle und werden schwerpunktmäßig bei Patienten eingesetzt, die eine Infusionstherapie von 1-6 Wochen benötigen.

Der PICC-Katheter ist ein zentralvenöser Katheter, der peripher eingeführt wird und für Infusionstherapien > 30 Tage geeignet ist. Er kann als Alternative für z.B. einen Port oder ZVK zum Einsatz kommen.

Beide Kathetertypen schließen Lücken im Sortiment der venösen Gefäßkatheter und können zudem ambulant versorgt werden. Dadurch können Patienten in die häusliche Versorgung überführt und das Risiko von nosokomialen Infektionen reduziert werden.

Poster_Kathetermatrix

Was ist ein Midline-Katheter?

Das Video „Was ist ein Midline-Katheter“ fasst die Katheter-Eigenschaften des Midlines zusammen:
LIFECATH-Picc-easy

seldipur smartmidline

lifecath midline
lifecath midline

Was ist ein PICC-Katheter?

Das Video „Was ist ein PICC-Katheter“ zeigt die Vorteile und Besonderheiten des CT PICC easy im Vergleich zu Standard Kathetern:

PICC-Kathetertypen

Kurzer Überblick zu den verschiedenen PICC-Kathetern, die Vygon anbietet und die in unserer Produktionsstätte in Aachen gefertigt werden:
lifecathPICC

lifecath PICC pur

lifecathCTPICCeasy
lifecath CT PICC easy
maxfloexpert
maxfloexpert
Tabelle-PICCS

Der Lifecath CT PICC easy ist weltweit einzigartig:

Er kann nach der Platzierung am proximalen Katheterende gekürzt und somit individuell an den Patienten angepasst werden. Die verjüngte Katheterspitze liegt im Gefäß, was das Risiko für Venenreizungen minimieren kann.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt dieses Platzierungsvideo:

PICC und Midline im Vergleich

Definition
Midline PICC
  • Peripher venöser Katheter
  • Peripherally Inserted Central Catheter = „peripher eingeführter zentralvenöser Katheter“
Platzierung
Midline PICC
  • Am Oberarm – Ultraschall gestütztAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • Am Oberarm – Ultraschall gestützt Am Oberarm – Ultraschall gestütztAm Oberarm – Ultraschall gestützt

Platzierungsmethode

 

Midline PICC
  • Seldinger TechnikAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • Mikro-Seldinger-TechnikAm Oberarm – Ultraschall gestütztAm Oberarm – Ultraschall gestützt
Länge des Katheters
 

Midline PICC
  • 6 bis max. 25 cmAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • Bis 60 cmAm Oberarm – Ultraschall gestütztAm Oberarm – Ultraschall gestützt
Lage der Katheterspitze
Midline PICC
  • Periphere Vene vor der AchselbeugeAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • Obere Hohlvene (Vena cava superior); kurz vor dem rechten Vorhof
Therapiedauer
Midline PICC
  • Midline wird PICC vorgezogen, wenn die Therapiedauer ≤ 14 Tage 1Am Oberarm – Ultraschall gestützt
  • Infusionstherapie ≥ 15 Tage, dann PICC. Bei einer Infusionstherapie von 15 bis 30 Tagen gute Alternative zu ZVKs oder Ports1
Indikation
Midline PICC
  • z.B. Antibiotikatherapie, Schmerztherapie, Palliativtherapie im stationären und ambulanten Bereich
  • z.B. Antibiotikatherapie, Schmerztherapie, Chemotherapie,parenterale Ernährung im stationären und ambulanten Bereich
Osmolarität und ph-Wert der verabreichten Medikamente
Midline PICC
  • Nicht vesikante Medikamente < 600 mOsmol/L

    ph-Wert
    zwischen 5 und 9

  • Vesikante Medikamente > 600 mOsmol/L

    ph-Wert
    < 5 oder > 9

Osmolarität parenterale Ernährung
Midline PICC
  • < 800 mOsmol/LAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • > 800 mOsmol/LAm Oberarm – Ultraschall gestützt
Lagekontrolle
Midline PICC
  •  Nicht notwendigAm Oberarm – Ultraschall gestützt
  • EKG, Röntgen, UltraschallAm Oberarm – Ultraschall gestützt

FAQ ZU PERIPHEREN VENENKATHETERN

Hier finden Sie alle Antworten zu Fragen rund um das Thema periphere Venenkatheter

PICCY-Illustration-02-picc-netzwerk
Was ist der Unterschied zwischen einem zentralen Katheter und einem peripheren Katheter?
Als zentralen Venenkatheter (ZVK oder engl. CVC = central venous catheter) bezeichnet man einen Katheter, der über eine herznahe große Vene bis in die obere oder untere Hohlvene vorgeschoben wird. Meist wird dafür die V. jugularis interna oder die V. subclavia punktiert. Als periphervenösen Katheter (PIC= peripherally inserted Catheter) bezeichnet man einen Katheter, der über eine periphere Vene im Oberarm bis zur Schulter oder die obere Hohlvene vorgeschoben wird. Meist wird dafür die V. basilica, V. cephalica oder V. brachialis punktiert.
Was sind die Vorteile eines peripheren Venenkatheters für die Infusionstherapie?
Der periphere Venenkatheter ermöglicht einen sicheren und ggf. längerfristigen Zugang (Liegedauer für mehrere Wochen oder Monate). Er hat den großen Vorteil, dass er nicht wie ein Port in einem OP platziert werden muss, sondern die Platzierung am Patientenbett erfolgen kann. Für die anschließende Infusionstherapie müssen die Patienten nicht zwangsläufig in der Klinik verbleiben, sondern können nach Hause entlassen werden. Da der Katheter mehrere Wochen oder Monate am Arm verbleiben darf, muss zudem die Vene nicht mehrfach während der Therapie punktiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Blutentnahmen über den peripheren Venenkatheter (> 3 French) durchgeführt werden können und damit zusätzliche Venenpunktionen entfallen.
Wann entscheidet man sich für einen PICC-Katheter oder für einen Port-Katheter?
Da beide Kathetertypen zentralvenös liegen und ambulant versorgt werden können, hängt die Entscheidung für den geeigneten Katheter vom Allgemeinzustand des Patienten und von der Therapiedauer ab. Benötigt der Patient eine vorübergehende Infusion für nur wenige Wochen oder Monate bietet sich die Platzierung eines PICC-Katheters an. Der PICC-Katheter wird minimalinvasiv unter Lokalanästhesie am Oberarm platziert. Die Platzierung kann am Patientenbett oder ambulant erfolgen. Ist jedoch absehbar, dass der Patient eine Infusionstherapie über mehrere Monate oder Jahre benötigt, ist die Implantation eines Port-Katheters die bessere Wahl. Der Portkatheter wird je nach Zustand des Patienten mittels Lokalanästhesie oder Vollnarkose platziert. Beide Kathetertypen eignen sich z.B. für die Chemo-, Antibiotika- und Schmerztherapie sowie zur totalen parenteralen Ernährung oder vielen weiteren medikamentösen Infusionstherapien. Nach der Entfernung des PICC-Katheters bleiben in der Regel keine sichtbaren Narben zurück. Bei Port-Kathetern hingegen bleibt meist eine 1-2 cm große Narbe zurück, die von Patienten oft als unästhetisch empfunden wird.
Wann ist ein Midline-Katheter gegenüber einer peripheren Venenverweilkanüle (pVK) vorteilhaft?
Bei einer Infusionstherapie mit einer peripheren Venenverweilkanüle (pVK) muss diese bereits nach einigen Tagen gewechselt werden. Wird eine Infusion über mehrere Wochen benötigt, muss der Patient ggf. mehrmals pro Woche punktiert werden. Komplikationen wie Infektionen, Blutergüsse, okkludierte Kanülen oder das Auftreten einer Phlebitis sind hierbei keine Seltenheit. Bereits ab einer Infusionstherapie von mehr als sechs Tagen ist ein Midline-Katheter eine gute Alternative zu einer Venenverweilkanüle. Der Katheter muss nicht regelmäßig gewechselt werden, sondern kann je nach Wahl des Katheters sogar mehrere Wochen im Patienten verbleiben. Dadurch wird eine wiederholte Punktion des Patienten vermieden. Zudem kann die Infusionstherapie im häuslichen Umfeld durchgeführt werden. Im Entlassungsmanagement sollte darauf geachtet werden, dass speziell ausgebildete und erfahrene Homecare-Dienstleister bei der Entlassung des Patienten in die ambulante Nachsorge hinzugezogen werden.
Wer platziert einen PICC- oder Midline- Katheter?
Die Katheteranlage erfolgt stationär oder ambulant, jedoch immer durch medizinisches Fachpersonal. Bei Entlassung in die ambulante Nachsorge wird der Patient eng von spezialisierten Homecare-Dienstleistern betreut.
Wie werden PICC – und Midline Katheter platziert?

Beide Kathetertypen werden unter Lokalanästhesie des Oberarms platziert. Hilfreich ist dabei die ZIMTM-Methode (Zone Insertion Method) zu berücksichtigen.4

Nach der ZIM™-Methode wird der Oberarm in drei Zonen unterteilt, von der der obere Bereich der grünen Zone den optimalen Bereich zur Platzierung eines PICC oder Midline-Katheters darstellt. Die ZIM™ -Methode empfiehlt zudem zur Lokalisation der Vene, deren Schallung und eine Katheterplatzierung mit Hilfe der Seldinger-Technik. Zudem sollte sich die Wahl der Kathetergröße nach der Größe der zu punktierenden Vene richten. Bei PICC-Kathetern muss anschließend die Katheterspitzenlage mittels EKG-Ableitung oder durch Röntgen sichergestellt werden. Die Lokalisation mittels EKG-Ableitung hat den Vorteil, dass diese unter sterilen Bedingungen am Patientenbett durchgeführt werden kann. So muss kein OP mit Röntgengerät blockiert werden. Da die Katheterspitze eines Midline-Katheters in einer peripheren Vene endet, muss hier keine Lagekontrolle durchgeführt werden. Falls die Punktionsstelle stark blutet, sollte diese mit einer Mullkompresse abgedeckt werden. In diesem Fall muss der Verband am Tag nach der Platzierung gewechselt werden, um die Punktionsstelle von Blutresten zu befreien.

Wie wird ein PICC- oder Midline-Katheter fixiert?
Beide Katheter werden nicht angenäht, sondern mit einer speziellen Fixierhilfe, wie z.B. dem Grip-Lok, gesichert und mit einem transparenten Folienverband durch geschultes Fachpersonal verbunden. Durch die nahtfreie Fixierung kann der Katheter besser gereinigt und das Infektionsrisiko minimiert werden.
Wie wird der Katheter bei der Pflege desinfiziert?
Es wird empfohlen, die beiden Kathetertypen zu folgenden Zeitpunkten zu spülen:

  • Nach der Platzierung
  • Vor und nach jeder Infusion oder Injektion
  • Vor und nach jeder Blutentnahme
  • Spätestens nach 7 Tagen ohne therapeutische Nutzung

Das Spülen sollte immer in der Push-Pause-Technik erfolgen!

Wie spült man einen PICC- oder Midline-Katheter richtig?
Die Katheter sollten mit mindestens 10 ml NaCl in der PUSH-Pause-Technik gespült werden. Bei der PUSH-Pause-Technik wird das Spülmedium stoßweise appliziert.

An den Kathetern sollten nie Spritzen mit einem Volumen kleiner als 10 ml verwendet werden, da diese einen hohen Druck aufbauen können und es dadurch zu Schäden am Katheter kommen kann.

Kann über einen PICC- oder Midline-Katheter Blut abgenommen werden?
Eine Blutentnahme ist über beide Katheter nach gewissenhafter Prüfung der Indikation möglich (z.B. schlechte Venenverhältnisse). Der Katheter sollte zudem größer als 3 Fr sein. Wichtig ist, dass die Katheter im Anschluss mit mindestens 20 ml NaCl 0,9 % in Push-Pause-Technik gespült werden, um Komplikationen wie Okklusionen zu vermeiden.
Wie hoch ist die Durchflussrate der PICC-line-Katheter?
Die Wahl ist abhängig vom Kathetertyp. Vor der Platzierung sollte daher entschieden werden, ob im Laufe der Therapie eine Hochdruckinjektion notwendig ist und daraufhin der passende Katheter gewählt werden.
Kann man mit einem PICC-line-Katheter eine CT-Untersuchung (Hochdruckinjektion) durchführen?
Die Wahl ist abhängig vom Kathetertyp. Vor der Platzierung sollte daher entschieden werden, ob im Laufe der Therapie eine Hochdruckinjektion notwendig ist und daraufhin der passende Katheter gewählt werden.
1 Nancy Moureau; Vessel Health and Preservation: The Right Approach for Vascular Access; Springer Verlag, 2019
2 P.Gastmeier, Geffers C. Nosokomiale Infektionen. Im Internet:https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Nosokomiale_Infektionen/H_Berichte/Artikel_Noso_NRZ.pdf?__blob=¬publicationFile Stand:18.04.2019
3 Gemeinsame Pressemitteilung der Träger Nationales Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen, Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. und die Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen e.V. der "Aktion saubere Hände" für den 11.12.2007
4 Dawson, Robert. (2011). PICC Zone Insertion Method™ (ZIM™): A systematic approach to determine the ideal insertion site for PICCs in the upper arm. Journal of the Association for Vascular Access. 16. 156-165.