Implantierbare Portkatheter

Implantierbare Portkatheter

Portkatheter - Informationen und häufige Fragen

Implantierte Portkathetersysteme (kurz: Ports) gewinnen vor allem in der modernen Onkologie und Ernährungsmedizin zunehmend an Bedeutung. Während der Chemotherapie, parenteralen Ernährung, Antibiotikatherapie oder Schmerztherapie sind sie ein sicherer, venöser Zugang im Langzeiteinsatz.

Portkatheter gewährleisten ein einfaches Handling bei der Platzierung und Pflege durch Ärzte und das Pflegepersonal. Zudem erfahren sie eine hohe Akzeptanz durch Patienten hinsichtlich Komfort, Sicherheit und Lebensqualität. Alleine in Deutschland werden jährlich etwa 140.000 venöse Portsysteme implantiert.

Was ist ein Portkatheter?

Ein Portkathetersystem ist ein subkutan liegender und für die dauerhafte Nutzung ausgelegter Zugang zum meist venösen Gefäßsystem. Die Implantation ist indiziert bei langfristiger Behandlungsdauer, zum Beispiel bei der Applikation von Zytostatika, parenteralen Ernährung oder für Transfusionen, Infusionen, Injektionen und Blutentnahmen. Neben den Port-typischen Anwendungsgebieten erlauben neuere Portsysteme die Hochdruckinjektion von Kontrastmitteln während der Computer- und Magnetresonanztomographie. Flussraten von bis zu 5 ml/sec können so erreicht werden.

Portkatheter-Querschnitt-Aufbau

Wie ist ein implantierbares Portsystem aufgebaut?

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Portsysteme bestehen aus einer Kammer (z.B. aus Titan, Titan mit Kunststoffgehäuse) und einem über eine Konnektionsmuffe daran angeschlossenen Katheter (z.B. Polyurethan, Silikon). Die Kammer wird über eine selbstschließende Silikonmembran (Septum) sicher verschlossen. Die Punktion des Ports durch die Haut und die darunter liegende Silikonmembran erfolgt über eine Portkanüle mit Huberschliff. Die Spezialnadel vermeidet Stanzeffekte an der Silikonmembran.

Durch die subkutane Lage des Portsystems reduziert sich das Infektionsrisiko im Vergleich zu perkutan platzierten zentralen Venenkathetern. Der Katheter ist vor äußeren Einflüssen geschützt und ermöglicht den Patienten die Fortsetzung ihrer normalen Aktivitäten. Insbesondere der Tragekomfort und der positive kosmetische Aspekt werden von den Patienten geschätzt.

Portsysteme unterscheiden sich im Wesentlichen in der Größe der Portkammer, sowie im Durchmesser und Material des Portkatheters. Neben Standard-Ports, werden je nach anatomischen oder funktionellen Verhältnissen auch Mini- oder Microports eingesetzt. Durch die Kombination aus schlanken Design und niedrigem Profil eignen sich diese speziell für pädiatrische oder kachektische Patienten sowie als peripherer Port, z.B. für Platzierungen im Armbereich.

Wie und wo wird das Portsystem implantiert?

Gewöhnlich wird das Portsystem während einer kurzen Operation eingesetzt, die in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung oder in Ausnahmefällen unter Vollnarkose durchgeführt wird. Die Wahl der Implantationsstelle hängt von der geplanten Therapie ab. In der Regel wird das System im oberen Bereich des Brustkorbs direkt unter dem Schlüsselbein platziert. Bei der Portanlage wird der Katheter in das ausgewählte Blutgefäß eingebracht und bis kurz vor dem Herzen vorgeschoben. Beim Zugang über die obere Hohlvene, sollte die Katheterspitze ca. 2 cm vor dem Eintritt der Vena cava superior in das rechte Atrium liegen. Unter der Haut wird eine Tasche gebildet, in der das Portgehäuse platziert wird. Anschließend wird der Katheter an den Port fest angeschlossen und das Portgehäuse in der subkutanen Hauttasche sicher angenäht. Eine kleine Naht ist erforderlich, um die Wunde zu verschließen, wenn der Port an seinem Platz liegt.

Häufige Fragen von Patienten vor der Implantation eines Portsystems

Warum brauche ich ein implantierbares Portkathetersystem?

Ihr Arzt hat Ihnen ein Portkatheter empfohlen, weil es eine sehr zuverlässige und sichere Möglichkeit ist, die für Sie erforderliche Therapie durchzuführen. Das Portsystem ermöglicht einen einfach wiederholbaren Zugang zum Blutkreislauf. Es schont die Venen, da Gefäßschädigungen, die durch häufige Venenpunktionen entstehen, vermieden werden.

Werde ich weiterhin gestochen werden und wird es schmerzhaft sein?

Eine Nadel muss in die Portkammer eingeführt werden, um Medikamente zu verabreichen oder Blut zu entnehmen. Sie werden an der Operationsstelle direkt nach der Implantation des Ports feststellen, dass die Haut geschwollen und empfindlich ist. Daher kann es Schmerzen verursachen, wenn das Pflegepersonal oder der Arzt die Nadel durch die Haut und das Septum in die Portkammer einführt. Mit der Zeit wird jedoch die anfängliche Empfindlichkeit abklingen und das Einführen der Nadel wird weniger schmerzhaft sein.

Werden meine normalen Aktivitäten durch das Portsystem beeinträchtigt?

In der Zeit unmittelbar nach der Portimplantation sollten Sie größere Anstrengungen vermeiden. Sobald die Operationswunde verheilt ist, können Sie Ihren normalen Aktivitäten wieder nachkommen. Mit Zustimmung Ihres Arztes können Sie schwimmen, baden und Sport treiben, wenn sich keine Nadel im Port befindet.

Wie lange kann der Port implantiert bleiben? Kann das Portsystem entfernt werden, wenn es nicht länger benötigt wird?

Ein Portsystem ist extrem dauerhaft. Daher kann das Portsystem solange im Körper bleiben, wie es die Behandlung der Krankheit erfordert. Nach Abschluss der Therapie kann der Port mit einem kleinen chirurgischen Eingriff über die gleiche Schnittführung wie bei der Portimplantation wieder entfernt werden. Dies erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung.

Werden viele Patienten mit einem Portsystem behandelt?

Portkathetersysteme werden weltweit eingesetzt. Viele Operateure haben jahrelange Erfahrung mit der Implantation von Portkathetern.

Wird das Portsystem sichtbar sein?

Das Portsystem wird komplett unter die Haut implantiert. Nach der Operation kann die Haut gerötet und geschwollen sein. Diese Reizungen klingen jedoch nach zwei bis drei Wochen ab, dann sollte die Haut genauso aussehen wie vor der Implantation. Im Bereich des Portgehäuses wird die Haut etwas erhöht sein. Diese Erhebung ist tastbar und kann auch sichtbar sein. Die kleine Narbe in der Nähe des Portgehäuses wird mit der Zeit immer weniger bemerkbar sein. Zwischen zwei Behandlungen werden Sie kaum daran erinnert, dass Sie ein implantierbares Portsystem tragen.

An wen kann ich mich wenden, wenn mein Arzt oder Pflegedienst nicht erreichbar ist?

Sie erhalten einen Patientenausweis, der alle wichtigen Informationen in Bezug auf Ihren Port enthält. Damit kann Ihnen auch ein anderer Arzt oder Pflegedienst helfen.

Wird der Port Sicherheitssysteme, wie z. B. im Flughafen, auslösen?

Bevor Sie einen Sicherheitscheck durchlaufen, sollten Sie Ihren Patientenpass bereithalten.

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